Interview mit Sophie Schumacher

Sophie Schumacher trainiert seit 12 Jahren mehrmals in der Woche Wado Ryu Karate beim Eckernförder Karateverein Fuji-Yama. 2018 errang die 19-Jährige Sportlerin in Portugal den Titel der Wado-Ryu Vize-Europameisterin! Damit gehört Sophie bereits jetzt zu den erfolgreichsten Sportlerinnen in der gut 40-Jährigen Vereinsgeschichte.

Was hat Dich auf die Idee gebracht Karate zu trainieren und was bedeutet diese Sportart oder Kampfkunst für Dich?

Mein Vater und meine Brüder sind zweimal die Woche zum Karate Training gegangen, ich selber habe zu dem Zeitpunkt Ballett gemacht, bin aber ganz oft mit zum Karate Training gefahren um mit zu machen. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich mich dazu entschieden habe dem Verein beizutreten und regelmäßig zu trainieren.

Das Karate wurde immer wichtiger für mich, sodass ich sogar dafür das Ballett aufgegeben habe, um mich ganz dem Training zu widmen.

Ich kann sagen, dass mir Karate zum jetzigen Zeitpunkt alles bedeutet und ich für das Training und den Wettkampf auf vieles verzichte. Es ist mir sehr wichtig, meine Trainingseinheiten im Verein, beim Wado-Bundeskader und im Fitnessstudio wahrzunehmen, sodass ich auf viele Freizeitaktivitäten freiwillig verzichte.

Seit 5 Jahren bist Du bereits auf nationaler und internationaler Ebene sehr erfolgreich. Was motiviert Dich immer weiterzumachen und was sind Deine schönsten Karate-Momente bisher gewesen?

Zum einen motivieren mich meine Ziele, die ich mir gesetzt habe und zum anderen, dass ich weiß, dass ich mich immer noch verbessern kann.

Definitiv mein schönster Karate-Moment war, als ich Anfang 2015 zum Wado-Bundeskader eingeladen und mir in Aussicht gestellt wurde im selben Jahr Deutschland auf dem Wado-Europa Cup zu vertreten. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich nicht mal, dass es ein Wado-Bundeskader gibt, sodass ich ziemlich überrascht war.

Aber auch jeder Start für Deutschland bleibt für mich etwas besonders und zu meinen Highlights gehört auch, wenn man mit dem Adler auf der Brust und der Deutschen Fahne um die Schultern auf das Podest steigen darf.

Die Disziplin mit der Du auf Turnieren so erfolgreich bist nennt sich Kata. Wie erklärst Du Deinen Freunden was Kata ist und was fasziniert Dich so daran? Hast Du vielleicht auch eine Lieblingskata?

Meinen Freunden erkläre ich, dass es eine vorgeschriebene Abfolge von Abwehr- und Angriffstechniken gegen imaginäre Gegner ist. Faszinierend daran finde ich, dass jeder Stand und jede Technik richtig ausgeführt werden muss und man Fehler nicht wieder ausbügeln kann. Somit ist Genauigkeit, Konzentration und Kondition sehr wichtig.  Meine Lieblingskata nennt sich “Chinto”, die Kata ist sehr anspruchsvoll, da man viele Techniken und Drehungen auf einem Bein machen muss. Dies kann ich sehr gut, weshalb ich schon oft mit dieser Kata gewonnen habe und mich sehr sicher fühle.

Was kommt für Dich jetzt nach dem Wado-Ryu Vize-Europameistertitel? Hast Du besondere sportliche Ziele oder Herausforderungen in den kommenden Jahren und wie könnte der Weg dahin aussehen?

Ich habe einige sportliche Ziele! Zum einen möchte ich bei dem Europa-Cup ganz oben auf dem Podest stehen und den Wado-Europameistertitel erkämpfen. Auf lange Sicht möchte ich Deutschland nicht nur auf Wado-Europa-Cups vertreten, sondern auch auf dem Wado-World-Cup 2020 in Tokyo. Ein weiteres Ziel von mir ist der erste Dan, also der schwarze Gürtel. Die Prüfung habe ich für 2019 geplant.

Warum sollte man Deiner Meinung nach heute mit Karate anfangen und was würdest Du jungen Karateka oder Interessierten mit auf den Weg geben?

Mit Karate sollte man anfangen, da es fit hält, Spaß macht und die Konzentration, Selbstkoordination und das Selbstbewusstsein fördert. Außerdem erlernen Karateka Tugenden wie Höflichkeit, Respekt und Disziplin, die einem auch allgemein im Leben weiterhelfen.

Jungen Karateka oder Interessierten würde ich mit auf den Weg geben, nicht aufzugeben, am Anfang kommt sehr viel Neues auf einen zu, aber man darf nicht vergessen: ein Schwarzgurt ist auch nur ein Weißgurt, der nicht aufgegeben hat.

Eckernförder Karate-Verein Fuji-Yama e.V. – 2018